Samstag, 2. August 2014

Nach Apple Aperture Umstieg auf Lightroom?

Nachdem Apple bekannt gegeben hat das Aperture eingestellt wird, stellen sich viele Nutzer nun die Frage nach einer Alternative. Nachdem ich selber vor Jahren von Aperture auf Lightroom umgestiegen bin, halte ich Lightroom natürlich für die beste Alternative. Trotzdem, hier einige Dinge, worüber ein Aperture Nutzer noch mal nachdenken sollten:

  • Apple hat iPhoto und Aperture abgekündigt und ein Nachfolgeprogramm versprochen. Diesem Programm sollte man ggf. erst einmal eine Change geben!
  • Wer bisher schon 50000 Bilder in seiner Aperture Bibliothek hat, kann auch noch paar in den nächsten Monaten dazu packen. Bei der Migration ist keine Eile geboten!
  • Alle Hersteller von RAW Konvertern möchten möglichst viele Aperture Kunden zu sich locken. Da wird es sicherlich Werkzeuge geben, welche mehr als nur Stichwörter, Sterne und Farbmarkierungen konvertieren können. Aber das braucht Zeit. Wer jetzt konvertiert verliert ggf. Daten!
  • Wer mir bis hierher zustimmen konnte, hat jetzt ganz viel Zeit seinen RAW Konverter zu finden. Neben den kommerziellen Anbietern gibt es auch einige gute Open Source RAW Konverter (z.B. RawTherapee, Darktable, DigiKam). Drum prüfe, wer sich ewig bindet!
  • Lightroom hat jetzt die Version 5.6 erreicht. Wahrscheinlich wird Ende des Jahres die nächste Version erscheinen (ca. alle 15 Monate). Wer jetzt kauft, “muss” bald das Update kaufen! Ggf. wählt Ihr aber auch die Cloud Version?
  • Nachtrag: Ende August hat Adobe bekannt gegeben, das es ein Werkzeug für den Umstieg von Aperture auf Lightroom herausbringen wird. Da bin ich mal gespannt, ob da mehr als nur Metadaten übertragen werden…
  • Nachtrag: Mitte September ist Capture One V8 (C1) von PhaseOne erschienen. Dies ist das erste Programm, welches eine Aperture Bibliothek importieren kann. Dabei wird versucht, Entwicklungseinstellungen mit zu importieren. Wie gut das klappt, kann ich leider nicht sagen, da ich ja schon seit Jahren keine Aperture besitze. Da es eine 60 Tage Testversion des Programmes gibt, kann jeder selber ausprobieren, ob C1 ggf. die Alternative zum Aperture / Lightroom ist.
  • Aperture_Importer_PluginPageNachtrag: Mitte Oktober hat Adobe das versprochene Werkzeug zum Import von Aperture und iPhoto Bibliotheken freigegeben – oder fast. Für den Download benötigt Ihr ein Adobe Konto und den Adobe Extension Manager CC. Adobe_CC_DesktopWie Ihr an den kommt? “Ganz einfach”. Ihr klickt auf auf den Link “kostenlos” auf der Plug-In Seite und meldet euch bei Adobe an. Auf der Plug-In Seite klickt Ihr danach auf “Aufrufen” und scrollt ganz zum Ende der Seite. Extension_Manager_CCNun klickt Ihr auf den Link “Add-on auf andere Weise herunterladen/installieren”. Dort habt Ihr die Möglichkeit den Extension Manager CC herunterzuladen und zu installieren. Nach fünf Minuten, 250 MB und zwei Installationen findet sich dann der Extension Manager CC auf eurem System. Jetzt könnt Ihr endlich die Erweiterung installieren und euren Aperture oder iPhoto Katalog importieren.
    Wer die Bewertungen zu dem Plug-In auf der Adobe Seite ließt, merkt schnell, das es nicht viele Nutzer geben wird, die bis hierhin kommen… Schade, Adobe, Chance vertan!
    Nachtrag zum Nachtrag: Ich hab’ jetzt doch noch eine brauchbare, englische Anleitung gefunden – und eine direkten Download Link gibt es dazu!

Kommentare:

  1. Deine Punkte eins bis vier finde ich allesamt nicht nur nachvollziehbar sondern versuche, sie als jemand, der einige Zigtausend Bilder referenzierend (dem Himmel sei Dank) in der Aperture-Bibliothek verwaltet, zu berücksichtigen. Überhastete Entscheidungen sind hier definitiv fehl am Platz.
    Aber der Punkt fünf hat's in sich: Adobes LR ist ja nicht schlechter als Aperture (eher im Gegenteil, weshalb ich schon früher über einen Wechsel nachgedacht habe), aber Look & Feel von LR ist altbacken windowslike.
    Auch diesen "geschmäcklerischen" Nachteil könnte ich noch akzeptieren, solange die Funktionalität stimmt (was eindeutig bei LR der Fall ist).
    Aber, jetzt kommen wir zum Pudels Kern: Eine LR5-lizenz kann ich noch erwerben, ohne mich auf das CC-Mietmodell einzulassen. Letzterem (Geschäfts)Modell traue ich keinen Milimeter: Solange ich zahle, bin ich Adobes Liebling. Falls ich nicht mehr mag, kann ich sehen, wo ich bleibe und stecke unter Umständen in einer größeren Zwickmühle als heute, wo ich zusehen muss, all die Arbeit die in der Aperture-Datenbank steckt, "irgendwie" in die neue Lösung zu retten.

    Gedankenspiel: Ich schwenke jetzt auf die Kaufversion von LR 5.6 um, migriere die Aperture-Bibliothek, rette mit 137 workarounds möglichst vieles meines Arbeitsinvests, habe - wenn alles gut läuft - bis zum Jahresende alles gut im Griff und dann entscheidet Adobe, die Nachfolgeversion LR6 nur noch als Mietmodell innerhalb der CC anzubieten. Vielleicht brauche ich LR6 nicht zwingend und kann noch eine geraume Zeit mit meiner LR5-Kaufversion weiterwursteln. Aber irgenwann ist Ende Banane, und sei's weil Mac OS XY Programme wie LR5 nicht unterstützt. Früher oder später bin ich nach dem Aperture-Debakel - das wird Apple noch richtig Kunden kosten, und zwar Kunden, die Produktqualität und Nutzbarkeit an den Produkten schätzen und nicht den schnell vergänglichen Hype darum - auch noch in die Adobe-Falle getappt: Immer und immer weiterzahlen, dann bekommst du den besten Stoff. Oder: Cold digital turkey: will sagen, die Bilddaten bekomme ich raus, die gesamte Organisationsstruktur, die EBV-Änderungen, alles was ich LR-spezifisch angepasst habe, ist unter Umständen verloren.
    Irgendwie fühle ich mich mittlerweile wie ein begossener Pudel nach dem Regen - vor der Traufe.

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    1. Hallo,

      ich teile dein Mistrauens bzgl. Adobe CC voll und ganz (ich habe selber kein Abo). Trotzdem einige Anmerkungen:
      - Mit erscheinen der CC hat Adobe angekündigt, Lightroom weiterhin getrennt zu vermarkten. Somit kann man sicherlich noch mit einer Version 6 rechnen. Mit Updates also noch ca. 3 Jahre.
      - Mit dem kostenlosen DNG Konverter körnen Bilder neuer Kameras in altern Lightroom Versionen Entwickelt werden. Ist zwar lästig, geht aber.
      - Es gibt ein Plug-in, welches alle Bilder exportieren kann. Dabei wird die Ordnerstruktur beibehalten. Und mal ehrlich: Alt Entwicklungen fasse ich i.a. nicht mehr an. Da mach ich was neues. Von daher ist das Ausweg aus dem Adobe Gefängnis (wenn auch mit hohem Datenvolumen).
      - Seit Version 5.6 läuft Lightroom nach dem Ende des Abos weiter! Alle Module mit Ausnahme des Entwickeln Moduls stehen zur Verfügung. Alle Entwicklungen sind vorhanden und können exportiert werden! Mit der "Ad-hoc Entwicklung" im "Bibliothek"s Modul ist sogar noch ein (rudimentäre) Entwicklung möglich.
      - Und zum Schluss, das "dümmste" Argument für Lightroom: Welcher RAW Entwickler auf dem Niveau von Aperture / Lightroom aus dieser Liste http://www.fotocommunity.de/info/RAW-Konverter ist in 3 oder 5 Jahren noch am Markt? Mehr als Capture One (C1) und DxO sehe ich da nicht. Und beide auch nur, weil die Produkte "Quersubventioniert" werden.

      Es gilt der alte Spruch: "Es ist noch nie jemand gefeuert worden, weil er bei IBM gekauft hat“ - äh, Lightroom

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